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<title>Blog von elfengleich.de</title>
<link>http://www.elfengleich.de</link>
<description>elfengleich.de</description>
<language>de</language>
<lastBuildDate>Sat, 27 Feb 2010 16:11:00 GMT</lastBuildDate>
<copyright>Sandra Wiegard</copyright>
<item>
	<title>Platzverweis</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=779</link>
	<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich heute einen Platzverweis erteilen, Herrn Westerwelle nämlich, auf die <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2010/02/27/weniger-reden-mehr-zuhoren/" target="_blank">kleine Anfrage von Muriel</a> hin. Stattdessen habe ich selbst einen bekommen - und das kam so:<br /><br />Der Mann, wie immer am Samstag unterwegs, rief an, fragte ob ich die NPD-Demo auf dem Marktplatz schon bemerkt hätte. Wir witzelten eine Weile über Wasserbomben aus dem Wohnzimmerfenster, dann machte ich mich auf zum samstäglichen Einkauf. <br /><br />Tatsächlich. Direkt vor unserem kleinen Einkaufzentrum stand ein versprengtes Häuflein Schwarzgekleideter, einer verlas irgendwas Unverständliches über Megaphon, drumherum Passanten und noch mehr Polizisten. Ich schaute mir das Pack von vorne an, machte ein paar Photos ihrer häßlichen Visagen und ging dann zum Eingang des Einkaufzentrums. Gut, dabei sind mir ein paar Beschimpfungen und Verwünschungen rausgerutscht, was man halt sehr laut denkt, wenn Neonazis vor der eigenen Haustür herumstehen.<br /><br />Eine der Witzfiguren stellte sich mir in den Weg und verlangte rempelnd, ich solle außenrum gehen. Außen war für mich gar nicht zu erkennen, tatsächlich ist es wohl auch schwierig, außenrum zu gehen, wenn man offenbar bereits mittendrin steht, außerdem war ich kaum fünf Meter von der Drehtür entfernt, und so verlangte ich meinen Weg fortzusetzen. Gerade trat er zurück, wie es sich gehört für jemanden, der einem nicht mal die Stiefel lecken dürfte, da packten mich von hinten ein paar starke Polizistenarme, führten mich ein paar Meter weiter und man verlangte meinen Ausweis zu sehen.<br /><br />Mein Demonstrationsrecht könne ich am anderen Ende der Straße wahrnehmen, wo eine <a href="http://www.keine-stimme-den-nazis.org/" target="_blank">Gegenkundgebung</a> stattfinde, was ich ablehnte.<br />Wegen Störung einer genehmigten Veranstaltung und Provokation wurde mir daraufhin ein Platzverweis bis 16 Uhr erteilt. Ich dürfte, da ich innerhalb des mir verbotenen Platzes wohnte, auf direktem Wege nach Hause gehen,  würde man mich auf dem Markt beim Einkaufen erwischen, käme ich in Gewahrsam.<br /><br />Ein bißchen viel Staatsgewalt dafür, daß ich eigentlich nur meine staatsbürgerliche Pflicht getan habe und diesen Haßfratzen gesagt habe, daß sie hier unerwünscht sind.]]></description>
<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 16:08:26 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=779</guid>
</item>
<item>
	<title>Neues Fernsehen</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=769</link>
	<description><![CDATA[Bei
der Erweiterung und Pflege bestehender IT-Produkte kommt man irgendwann
an den Punkt, an dem nur noch festgestellt werden kann, daß Abriss und
Neubau einfacher und günstiger sind als das Doktorn an etwas, daß viel
zu groß geworden, vielfach redundant, in Teilen irrelevant, kaputt und
korrupt ist. Leider ist das bei vielen gewachsenen Systemen so und bei
den meisten besteht dringender Handlungsbedarf. Zum Beispiel beim
Fernsehen.
<br />
<br />Wenn man ein neues gutes Fernsehen schaffen wollte, bedeutete dies
also, das alte abzuschaffen. Hier mein Vorschlag für einen neuen
Rundfunkstaatsvertrag, als dessen Grundlage mir der für den <a href="http://www1.ndr.de/unternehmen/organisation/rundfunkstaatsvertrag2.pdf" target="_blank">NDR definierte Programmauftrag</a> dient, den ich als Leitziel voranstelle:
<br />
<br /><h2>Neuer Rundfunkstaatsvertrag</h2>
<blockquote>[...] einen objektiven und umfassenden Überblick über
das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen
in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sein Programm hat der
Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Er hat
Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten und ist berechtigt, sich an
Filmförderungen zu beteiligen.</blockquote><b>§1 Programm</b>
<br />Werbung, Gewinnspiele, Boulevard und Quoten sind verboten.
<br />
<br />Die Sendezeit ist etwa nach dem Schlüssel 40:30:20:10 auf die
Bereiche Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung aufzuteilen.
<br />
<br />(a) 40% Information
<br />Nachrichten, Hintergrundberichte und die Berichterstattung vor Ort werden künftig den größten Teil ausmachen. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auslandsstudio" target="_blank">Korrespondenten- und Reporternetz</a> wird weiter ausgebaut.
<br />
<br />(b) 30% Bildung: Kultur und Natur
<br />Fast acht Stunden am Tag Dokumentationen, Sendungen über Bücher, Filme, Theater, Kunst, Musik, Religion und Naturwissenschaften.
<br />
<br />(d) 20% Beratung
<br />Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Ernährung, Finanzen und vor allem Recht.
<br />/
<br />(d) 10% Unterhaltung
<br />Lassen Sie diese Zahl auf sich wirken. Nur noch 2,4 Stunden Unterhaltung am Tag im <i>Neuen Fernsehen</i>, da will wirklich gut überlegt sein, wieviel dieser kostbaren Zeit an Thomas Gottschalk verschwenden werden soll.
<br />
<br /><b>§2 Sender</b>
<br />Im Radio und Fernsehen wird es jeweis nur noch ein öffentlich-rechtliches überregionales Vollprogramm geben: Das <i>Neue Fernsehen (NF)</i> und das <i>Neue Radio (NR)</i>.
<br />
<br /><em>(a) Neues Fernsehen</em>
<br />ZDF, 3sat, Phoenix, arte und Kika entfallen, da sie durch die Qualität des <i>NF</i>
als Feigenblätter überflüssig geworden sind. Die digitalen Sender, über
die ich außer Rundfunkräte noch nie jemanden habe sprechen hören,
entfallen vorerst ebenfalls. Es wird aber bis zu 25 regionale
Fernsehsender geben, die dem gleichen Programmauftrag verpflichtet
sind, allerdings mindestens fünfzig Prozent der Sendezeit auf regionale
Themen verwenden müssen.<br /><br />
<br />
<br /><em>(b) Neues Radio</em>
<br />Alle <a href="http://www.ard.de/radio/alle-wellen/-/id=135130/14o6sfo/index.html" target="_blank">55(!) bisherigen Wellen</a> entfallen. Neben dem <i>Neuen Radio</i> wird es analog zu den Fernsehsendern bis zu 25 regionale Radiosender geben.
<br />
<br />Wenn sich <i>NF</i> und <i>NR</i> bewährt haben, kann man darüber
nachdenken, auf den freigewordenen Frequenzen Spartensender
einzurichten oder Thementage mit dem vorhandenen Material zu
veranstalten. (Das Wort <i>veranstalten</i> entfällt übrigens auch.)
<br />
<br /><em>(c) Internet</em>
<br />Sämtliche Sendungen sind live im Internet zu sehen und werden in
Mediatheken jedem jederzeit und für immer zugänglich gemacht.
Kompetente journalistische Sendungsbegleitung im Web ist nicht nur
selbstverständlich, sondern auch selbstverständlich ohne <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=699944/1bv1o36/index.html" target="_blank">Drei-Stufen-Test</a>.
<br />
<br /><b>§3 Finanzierung</b>
<br />Das Budget ist ebenfalls nach dem Schlüssel 40:30:20:10 auf die
Bereiche Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung aufzuteilen.
<br />
<br />Das Budget kommt aus der Staatskasse, beträgt großzügige 5 Mrd.
Euro und und wird jährlich an die Preisentwicklung angepaßt.
Bürokratische Monster wie die <i>Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten</i> und ihre große Schwester, die beliebte <i>Gebühreneinzugszentrale</i>, entfallen ersatzlos, weil überflüssig.
<br />
<br /><b>§4 Struktur</b>
<br />Alle öffentlich-rechtlichen Sender haben Zugriff auf das
Korrespondentennetz und sämtliche Sendungen der anderen Programme.
Regional- und Vollprogramme werden aber unabhängig voneinander
erstellt, d.h. die von der <em>Programmdirektion</em> geleitete <em>Programmkonferenz</em> mit haupt- und nebenamtlichen <em>Programmkoordinatoren</em> und <em>Programmbeirat</em> ebenso wie die über 600 <em>Rundfunk- und Fernsehräte</em>, sowie alle anderen proporzdemokratischen, pseudoföderalen Gremien können daher entfallen.
<br />
<br />Stattdessen wird es in jedem der 299 Bundestagswahlkreise einen
Rundfunk-Abgeordneten geben, der vor Ort, in Weblogs und
Diskussionssendungen den Kontakt mit dem Zuschauer sucht. Diese Mittler
zwischen Zuschauer und Medium bestimmen die Programmstruktur im Rahmen
dieses Rundfunkstaatsvertrages.
]]></description>
<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=769</guid>
</item>
<item>
	<title>Vielleicht</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=768</link>
	<description><![CDATA[sollte ich endlich mal einen Eintrag verfassen, in dem ich das Ende
dieses Blogs ankündige. Aus langjähriger Erfahrung anderer weiß ich,
daß das Mitteilungsbedürfnis danach groß ist.]]></description>
<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=768</guid>
</item>
<item>
	<title>Habe ich Dir eigentlich heute schon gesagt...</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=764</link>
	<description><![CDATA[...wie schwierig Du bist?]]></description>
<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=764</guid>
</item>
<item>
	<title>Ja, Spiegel-Bashing ist so einfach</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=763</link>
	<description><![CDATA[wie Claudia Roth zu dissen, aber ich darf mich auch immer wieder bestätigt sehen: Heute ein <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,487097,00.html" target="_blank">Artikel über sogenannte Bio-Äpfel aus China</a>,
deren Ökobilanz also echt nur so ein ganz kleines bißchen mies ist und
die freudige Feststellung, daß Obst aus biologischem Anbau doch
vielleicht gar nicht so viel gesünder ist als das aus konventionellem,
naja jedenfalls, wenn man die Pestizidbelastung unberücksichtigt läßt.
Und im Unberücksichtigtlassen ist der Spiegel ja ganz groß.
<br /><br />Beim Spiegel wird immer gern mit unterstellten Argumenten
gearbeitet: Kritiker eines ausschweifenden Kapitalismus wollen diesen
angeblich per Lichterkette abschaffen, Bioobst-Esser tun das, weil der
Apfel gesünder ist. So wird denn auch gleich vermutet, daß Biofreunde
die oben erwähnten Befunde für "ernüchternd" halten müßten. Diese oft
falschen Argumente werden dann im Artikel widerlegt und für ideologisch
verblendet, mindestens aber einfältig gehalten. Natürlich darf die
Unterstellung nicht fehlen, nie würden diese Leute auf irgendwas
verzichten, wenn es an ihren eigenen Wohlstand ginge. Haha erwischt,
Globalisierungs"gegner" essen bei Mc Donalds. Das ist so langweilig und
absehbar, so wenig erhellend, da gibt es keine wirkliche
Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen, aber stets den Beweis
der angenommenen Gegenthese zum angeblichen Mainstream. Ach, diese
hämische Aufgeregtheit ermüdet mich so.
<br /><br />Dabei kaufe ich Bio-Erzeugnisse gar nicht in erster Linie, weil sie besser schmecken, also um <i>mir</i> etwas Gutes zu tun, sondern weil ich das Gefühl habe, das <i>Richtige</i>
zu tun, nach meiner Überzeugung zu handeln: Eine natürlichere Form der
Landwirtschaft unterstütze, die ohne chemische Zusätze auskommt, Böden
und Grundwasser nicht belastet und weil ich die Lebensmittelindustrie,
die in Laboren künstliches Erdbeeraroma erzeugt und den Rohstoff Butter
durch Buttergeschmack ersetzt, für ebenso pervers halte wie Patente und
Lizenzzahlungen für genmanipuliertes Saatgut und Knebelverträge auf
die dazu passenden chemischen Kampfstoffe gegen Ungeziefer. Weniger
hedonistische Motive also, mehr die grundsätzliche Einstellung, daß
nicht alles, was möglich ist, gemacht, nicht alles, was man rauspressen
kann auch erzielt werden muß. Dafür zahle ich mehr.
<br /><br />Meistens jedenfalls, manchmal kaufe ich ein billiges Stück
Pute, aber nie rühre ich Eier aus Käfighaltung an. Weil ich H-Milch
lieber mag als frische (ja eklig, ich weiß) ist es eben auch oft die
vom Discounter, aber niemals kaufe ich Müllermilch-Produkte oder
irgendwas bei Lidl oder Schlecker. Ich laufe in Nikes, liebe wie die
meisten Frauen H&amp;M und besorge Coca Cola für den Liebsten, obwohl
ich globale Ketten, die billig einkaufen, ihre Markenartikel aber teuer
absetzen, eigentlich nicht unterstützen will. Eine Inkonsequenz, die
man sich geifernd von sogenannten aufgeklärten Marktteilnehmern
vorwerfen lassen muß, die Atomstrom super weil billig finden und
Vegetariern süffisant das Tragen von Lederschuhen vorwerfen.
<br /><br />Etwas zu tun ist besser als gar nichts zu tun. Jeder findet da
seine eigene Balance und offenbar handeln viele Leute so, wenn man die
enorm gestiegene Nachfrage nach Bio-Produkten sieht. Genau diese
bezeichnet der Spiegel als "Schattenseite". Vollkommen idiotisch aus
meiner Sicht, denn ich bin eben nicht nur daran interessiert, immer den
niedrigsten Preis zu zahlen, sondern will ja, daß eines sehr schönen
Tages ökologische Landwirschaft die Regel und nicht die Ausnahme
darstellt. Die hohe Nachfrage wird sich ihr Angebot schaffen, davon bin
ich überzeugt.]]></description>
<pubDate>Tue, 12 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=763</guid>
</item>
<item>
	<title>13</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=762</link>
	<description><![CDATA[Ein Freund macht sich selbständig und stößt in einem Formular auf die Zeile <i>Firma</i>.
Da er keinen Namen für sein Unternehmen hat, das Feld aber für
obligatorisch hält, kritzelt er irgendwas hin. Kurze Zeit später ein
Schreiben der Behörde mit dem freundlichen Hinweis, daß die Aufnahme
englischsprachiger Firmennamen ins Handelsregister mit zusätzlichen 13
Euro zu Buche schlägt.
<br />
<br />Ob er auf dem Eintrag <i>Chriz making Dollars</i> bestehen wird, weiß er noch nicht.]]></description>
<pubDate>Mon, 11 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=762</guid>
</item>
<item>
	<title>Deeskalationsstrategie der Polizei</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=761</link>
	<description><![CDATA[Meine
Schwester und ihr Freund saßen gestern nacht beim Ahrensburger
Stadtfest und aßen Döner, als sich aus einer Gruppe halbstarker Russen
einer löste, auf Tom zuging und ihn mit den Worten "Aller, was hast Du
gesagt?" von der Bank fegte. Vier, fünf andere folgten ihm und traten
auch weiter auf Tom ein, als der längst am Boden lag und sich schützend
die Arme vor den Kopf hielt.
<br />
<br />Laut Schwester gab es keinen Anlaß, kein Wort und auch keinen Grund
ihr nicht zu glauben, denn sie verachtet diese Brust-raus-Männerposen
ebenso wie ich und hätte ihrem Liebsten einen Arschtritt verpaßt, wenn
er auf irgendeine Art provoziert hätte. Aber so tat sie, was von
vernünftiger Seite in solchen Fällen getan werden muß, rief die Polizei
und zog dem Anführer ihre Dönertüte über den Schädel.
<br />
<br />Von da an wurde es für unsere Begriffe irgendwie ungewöhnlich: Die
Horde hatte sich nämlich keineswegs aus dem Staub gemacht, wie es
ehrliche Schläger in meiner Phantasie zu tun pflegen, sondern lungerte
weiter in der Gegend rum, als die Polizei mit drei Wagen eintraf. Eine
Beamtin fragte Schwester, wer angefangen habe, sie deutete auf eine
Herrn im Holzfällerhemd. Wie der Mann heiße, wollte die Polizistin
wissen, Schwester sagte, sie wisse das natürlich nicht, ob die
Feststellung der Personalien nicht Aufgabe der Polizei sei?
<br />
<br />Mehrere Beamte standen neben meiner Schwester, als einer der Typen
ankam, ihr auf die Füße rotzte und sie Fotze nannte. Reaktion der
Staatsmacht: <i>Wir können keine Anzeige aufnehmen, denn wir haben ja
nichts gesehen. Am besten stecken Sie ihren Freund jetzt in ein Taxi,
sonst wird er nochmal verhauen, sobald wir weg sind.</i>
<br />
<br />(Tom ließ den Bluterguß in seinem Auge und die geprellten Rippen
von einem Arzt untersuchen und befolgte ansonsten den Rat der Polizei.)
<br />
<br />(Wo war <a href="http://youtube.com/watch?v=8ijcGSUdmMw" target="_blank">Heike?</a>)]]></description>
<pubDate>Sat, 09 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=761</guid>
</item>
<item>
	<title>Ich nicht.</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=760</link>
	<description><![CDATA[In
den letzten Wochen habe ich mich häufig darüber geärgert, daß
anscheinend kaum ein Journalist sich die Mühe gemacht hat, den
Verfassungsschutzbericht zu lesen, bevor er die angebliche Terrorgefahr
aus den Mündern von sogenannten Sicherheitspolitikern wiederkäut.
Leider muß man jetzt auch fragen, ob <a href="http://blogsearch.google.com/blogsearch?hl=de&amp;q=linksextremist&amp;btnG=Blogs+durchsuchen&amp;lr=" target="_blank">Blogger</a>
sich eigentlich manchmal weitergehend informieren oder einfach einer
vom anderen nach dem Motto abschreibt: Wird schon stimmen. Und es
stimmt ja auch, das Zitat aus dem Verfassungsschutzbericht:<blockquote>Linksextremisten
werten die Verschärfung der Sicherheitsgesetze nach den
Terroranschlägen vom 11. September 2001 als eine neue Qualität
"staatlicher Repression". Sie nehmen auch die Sicherheitsmaßnahmen zur
Fußballweltmeisterschaft 2006 und zum bevorstehenden G8-Gipfel 2007 in
Heiligendamm (vgl. Nr. 2) zum Anlass, den aus ihrer Sicht permanenten
Ausbau des Überwachungsstaates und die repressive Wirkung der dabei
eingesetzten neuen Technologien anzuprangern, wie z. B. RFID-Chips,
Gen-oder Biometrische Datenbanken, Kameraüberwachung öffentlicher
Plätze.</blockquote><cite><a href="http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_vorabfassung_2006.pdf" target="_blank">Verfassungsschutzbericht 2006, Vorabversion pdf-Seite 193</a></cite><br /><br />Aber hat sich mal jemand angeschaut, in welchem Zusammenhang dieser Satz da steht? Etwa als Antwort auf die Frage <i>Was ist Linksextremismus?</i> oder <i>Was zeichnet einen Linksextremisten aus?</i>
Nein, es wird dort als neuestes der letztjährigen Aktionsfelder von
Linksextremisten neben Anti-Faschismus und Anti-Globalisierungsbewegung
genannt. <a href="http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2005.pdf" target="_blank">2005</a> zählten dazu außerdem die Kampagnen gegen Kernenergie und Sozialabbau.

<br /><br />Was dort definitiv nicht steht ist, daß alle, die die neuen
Sicherheitsgesetze, Kernkraft oder die Globalisierung ablehnen,
Linksextremisten sind. Denn die definiert der Verfassungsschutz so:
<br /><br /><blockquote>Linksextremisten sind erklärte Gegner der Staats-
und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland, die sie als
von Rassismus und Faschismus geprägten Kapitalismus diffamieren. Je
nach ideologisch-politischer Orientierung - revolutionär-marxistisch
oder anarchistisch - wollen sie ein sozialistisches/kommunistisches
System oder eine "herrschaftsfreie Gesellschaft" (Anarchie) etablieren.</blockquote><cite><a href="http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af_linksextremismus/" target="_blank">Definition Linksextremismus des Verfassungsschutzes</a></cite>

<br /><br />Ich finde mich darin jedenfalls nicht wieder, und wahrscheinlich auch kaum einer der Blogger, die sich nun in ihrer <i>Ich bin jetzt auch ein Linksextremist-Rolle</i>
gefallen. Tatsächlich wird jeder völlig zu recht vom Verfassungsschutz
beobachtet, der die freiheitlich-demokratische Grundordnung außerkraft
setzen will. Daß für mich auch Schäuble und Kollegen dazugehören, steht
allerdings auf einem anderen Blatt und das findet sich leider nicht im
Verfassungsschutzbericht.]]></description>
<pubDate>Thu, 24 May 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=760</guid>
</item>
<item>
	<title>Kai Diekmann</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=759</link>
	<description><![CDATA[ist
ein schlimmer Mensch. Das von ihm verantwortete Moral heuchelnde
Drecksblatt opfert Menschen für Geld, Macht und eigenen Einfluß. Zur
Befriedigung der niederen Instinkte ihrer intellektuell oft zu kurz
gekommenenen Leserschaft greifen Mitarbeiter nicht selten zu
verfassungsfeindlichen Äußerungen in Kommentaren, nicht wieder
gutzumachenden Persönlichkeitsrechtsverletzungen, nie wieder
gutgemachten Falschmeldungen und natürlich haufenweise Lügen. Mich
macht diese zu blutroten Buchstaben gepreßte Sexistenwichse oft so
wütend - wie gern würde ich Kai Diekmann dann mal ein paar <i>scharfe Teile</i> vor die Karre werfen oder ihm schlicht in den Mund spucken.
<br />
<br />Nun, die Gedanken sind frei und ich habe meinen Jähzorn doch
einigermaßen im Griff, denn als Bürgerkind stößt mich Gewalt als Mittel
der Auseinandersetzung ohnehin ab. Als Linke bin ich schon aus
pragmatischen Erwägungen gegen Brandanschläge, denn das Echo darauf von
Politik und Öffentlichkeit entfernt uns von einer <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank">anderen Welt</a>
weiter denn je. Als bekennender Gutmensch widert mich die Anmaßung an,
in die Privatsphäre anderer Menschen einzudringen und ihnen ihr
subjektives Gefühl von Sicherheit und damit auch Freiheit zu rauben.
Das macht die Bild-Zeitung zwar so, aber dazu hat niemand das Recht.
Und als Tochter habe ich Angst.
<br />
<br />Ich mag es nämlich, in einer zivilen Gesellschaft zu leben, in der
immer noch viele politisch Verantwortliche und sogar
Bild-Chefredakteure keine Scharfschützen auf den Dächern ihrer
Privatwohnungen brauchen. Und so will sich bei mir neben der
ausbleibenden Überraschung heute auch keine klammheimliche Freude
einstellen.]]></description>
<pubDate>Tue, 22 May 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=759</guid>
</item>
<item>
	<title>Im Namen der Sicherheit</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=757</link>
	<description><![CDATA[<a href="http://www.europol.europa.eu/publications/TESAT/TESAT2007.pdf" target="_blank">Laut Europol</a> hatten von 13 im Jahr 2006 in Deutschland verübten Terroranschlägen zehn einen linken Hintergrund, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Militante_gruppe#Chronologie_der_Anschl.C3.A4ge" target="_blank">neun davon wurden von der sogenannten Militanten Gruppe</a>
in Berlin verübt. Ich will Brandanschläge auf Behörden und Autohäuser
nicht verharmlosen, aber irgendwie habe ich bei Terrorismus ganz andere
Bilder im Kopf: Hochrangige Personen, die als Leichen in Kofferräumen
enden, Selbstmordattentäter in Bussen, einstürzende Türme. Angst und
Schrecken verursachende, oft Menschenleben kostende Eingriffe in das
öffentliche Leben, die - so Innenminister Schäuble - nur durch ebenso
schwerwiegende Eingriffe in das private Leben der Bürger verhindert
werden können.
<br /><br />Vor einem Jahr habe ich noch gelacht, als bei einem Überfall
auf den Delikatessenmarkt Goedeken - einem Ladendiebstahl also - nicht
nur 14 Polizeiwagen und ein Hubschrauber zum Einsatz kamen, sondern
auch gleich der <a href="http://www.welt.de/print-welt/article213650/Chaoten_pluendern_Frischeparadies_an_der_Grossen_Elbstrasse.html" target="_blank">Staatsschutz ermittelte</a>. Besonders komisch schien mir, daß 15 weglaufende als Comicfiguren verkleidete(!) Personen nicht gefaßt werden konnten. <a href="http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/euromayday-hh/de/2006/04/452.shtml" target="_blank">Was für ein Streich.</a>

<br /><img src="img/posts/2007_indymedia-superhelden.jpg" class="bildmitte" alt="Superhelden" /><cite><a href="http://germany.indymedia.org/2006/04/145010.shtml" target="_blank">Foto: Indymedia</a></cite>

<br />Beim Schanzenfest im September, dem jährlichen Truppenübungsplatz der Hamburger Polizei, <a href="http://www.elfengleich.de/blog.php?id=730" target="_blank">fand ich den Aufmarsch von neun Hundertschaften samt Wasserwerfern schon nicht mehr so witzig</a>.
Das einzige, was sich später in der Presse über die 29 Festgenommenen
fand, war, daß die Methoden der hinzugerufenen Bremer Beamten
rechtswidrig waren und gegen einen Mann wegen des Werfens einer Flasche
weiter ermittelt wird:<blockquote><a href="http://www.taz.de/dx/2007/03/31/a0074.1/text" target="_blank">Das
Verfahren gegen einen Polizeibeamten, der am selben Abend im Suff
ebenfalls eine Flasche auf einen Wasserwerfer geworfen haben soll,
wurde dagegen längst eingestellt: Da der Mann nicht aus der Menge
heraus gehandelt habe, liege kein Landfriedensbruch vor, befand die
Staatsanwaltschaft. Und weil eine Flasche einen Wasserwerfer nicht
beschädigen kann, sei nicht einmal der Tatbestand der Sachbeschädigung
erfüllt.</a></blockquote><a href="http://www.flickr.com/photos/svensson/480196637/" target="_blank"><img src="img/posts/2007_g8-zaun.jpg" class="bildmitte" alt="G8 Zaun" /></a><cite><a href="http://www.wortfeld.de/" target="_blank">Foto: Alexander Svensson</a></cite><br /><br />In Heiligendamm ist das Gipfelgelände landseitig <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/hintergrund/?sid=da82348c306a73cd940a966d17bd3636&amp;em_cnt=1128953" target="_blank">2 Meter 50 hoch eingezäunt, mit Nato-Draht, Bewegungsmeldern, Scheinwerfern und Kameras gesichert</a>.
Vor der Küste werden zwei US- Kriegsschiffe sowie Boote und
Minentaucher der Bundeswehr patrouillieren. 16.000 Polizisten werden im
Einsatz sein, niemand wird sich dort Zutritt verschaffen können. Obwohl
wir ja wissen, daß weder der Irak noch Autonome aus der Schanze über
Massenvernichtungswaffen verfügen, werden in Heiligendamm seit einiger
Zeit <a href="http://www.jungewelt.de/2007/05-05/004.php" target="_blank">Platzverweise ausgesprochen</a>,
die bis zum Ende des G8-Gipfels gültig sind. Ich sehe die zunehmende
Aufrüstung des Staates gegenüber seinen Bürgern mit Gruseln und als
weitere Entfernung zwischen zwei Seiten, die eigentlich eine sein
sollten.
<br /><br />Heute haben 800 Polizisten und 20 Staatsanwälte wegen des <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article861385/Bundesweite_Razzien_in_linker_Szene.html" target="_blank">Verdachts der Bildung terroristischer Vereinigungen 40 Objekte in Hamburg, Berlin und dem ländlichen Umland durchsucht</a>. 

<br />Jetzt bin ich gespannt, wieviele Festnahmen es gegeben hat und
wieviele Ermittlungsverfahren dann auch mit einer Verurteilung enden,
oder ob das alles nur dazu diente, G8-Gegner einzuschüchtern und die
Protestbewegung zu lähmen.<br /><a href="http://www.jensscholz.com/2007/05/auf-konfrontation-aus.htm" target="_blank">Jens auch.</a>]]></description>
<pubDate>Wed, 09 May 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=757</guid>
</item>
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