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<title>Blog von elfengleich.de</title>
<link>http://www.elfengleich.de</link>
<description>elfengleich.de</description>
<language>de</language>
<lastBuildDate>Sat, 31 Dec 2011 15:35:28 GMT</lastBuildDate>
<copyright>Sandra Wiegard</copyright>
<item>
	<title>53 Bücher, die ich 2011 gelesen habe</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=781</link>
	<description><![CDATA[Ferdinand von Schirach, Der Fall Collini<br />Moritz Rinke, Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel<br />Richard Dawkins, Der Gotteswahn<br /><br />John Fitzgerald, Der große Gatsby<br />Henry James, Daisy Miller<br />Arno Geiger, Alles über Sally<br />Oliver Lepsius (Hrsg.), Inszenierung als Beruf, Der Fall Guttenberg<br />Kristof Magnussen, Das war ich nicht<br /><br />Eva C. Schweizer, Manhattan Moments<br />Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern<br />Malcolm Gladwell, Der Tipping Point<br />Candace Bushnell, One Fifth Avenue<br />Helene Hanff, Briefe aus New York<br /><br />Adam Haslett, Union Atlantic<br />Andreas Meyer-Landrut, Mit Gott und langen Unterhosen<br />Assaf Gavron, Ein schönes Attentat<br />Tom Rachmann, Die Unperfekten<br />Oliver Storz, Die Freibadclique<br /><br />Eshkol Nevo, Wir haben noch das ganze Leben<br />Peter Henning, Die Ängstlichen<br />Jonathan Safran Foer, Extrem laut und unglaublich nah<br />Siri Hustvedt, Der Sommer ohne Männer<br />Wolfgang Herrndorf, Tschick<br /><br />Kerstin Holzer, Elisabeth Mann Borgese<br />Julia Franck, Lagerfeuer<br />Kirsten Jüngling und Brigitte Rossbeck, Katia Mann - Die Frau des Zauberers<br />Victor Klemperer, LTI - Lingua Tertii Imperii<br />Juli Zeh, Corpus Delicti<br /><br />Peter Stamm, Sieben Jahre<br />Achim Schwarze, Dünnbrettbohrer in Bonn, Aus den Dissertationen unserer Elite<br />Mariana Leky, Die Herrenausstatterin<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1945<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1944<br /><br />Victor Klemperer, Tagebücher 1943<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1942<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1940-1941<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1937-1939<br />Victor Klemperer, Tagebücher 1935-1936<br /><br />Victor Klemperer, Tagebücher 1933-1934<br />Freya von Moltke, Erinnerungen an Kreisau<br />Inge und Walter Jens, Hedwig Pringsheims Reise nach Südamerika<br />Eckart Lohse und Markus Wehner - Guttenberg Biographie<br />Joschka Fischer, I am not convinced. Der Irak-Krieg und die rot-grünen Jahre<br /><br />Stéphane Hessel, Empört Euch!<br />Ferdinand von Schirach, Verbrechen<br />Julia Franck, Bauchlandung<br />Arno Geiger, Es geht uns gut<br />Maximilian Buddenbohm, Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein<br /><br />Eva Bakos, Das gläserne Wappen<br />Siri Hustvedt, Die Leiden eines Amerikaners<br />Katia Mann, Meine ungeschriebenen Memoiren<br />Julia Franck, Liebediener<br />Jonathan Franzen, Freiheit<br /><br />...und das alles ohne die praktische <a href="http://www.leselotte.com" target="_blank">Leselotte</a>, die ich erst zu Weihnachten bekam!]]></description>
<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 15:32:57 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=781</guid>
</item>
<item>
	<title>Hamburger Transparenzgesetz</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=780</link>
	<description><![CDATA[Ein Hamburger Pirat hat ein Schreiben des Innovationsministeriums<a class="fussnote" id="transparenzgesetzRef-1" href="#transparenzgesetzNote-1">1</a> online gestellt, das in einer öffentlichen Sitzung seiner Bezirksversammlung Thema war. Trotzdem wurde er <a href="http://hamburg-mitte.bezirkspiraten.de/?q=node/108" target="_blank">aufgefordert, das Dokument aus dem Netz zu entfernen</a>. Offenbar gilt unserer Verwaltung alles als geheim, was nicht ausdrücklich öffentlich ist.<br /><br />Vor ein paar Jahren habe ich mal versucht, an eine Studie zu gelangen, die der Senat im Zusammenhang mit dem Konzept Talentstadt Hamburg in Auftrag gegeben hatte. Tatsächlich waren dafür Studenten etwa in Shanghai nach ihrer Wahrnehmung der Metropole Hamburg befragt worden. Die Erkenntnisse waren erwartungsgemäß bahnbrechend: Hamburgs Vorzüge sind weltweit noch nicht bekannt genug.<br /><br />Ich vermute, die Handlungsanweisung lautete daraufhin, den Marketingetat zu erhöhen. Ich weiß es aber nicht genau, denn die Behörde teilte mir mit, daß der Senator Ergebnisse vorstellen werde, die Studie selbst aber nicht für die Veröffentlichung bestimmt sei. Ja, was ist denn da los? Ich hab dafür bezahlt - und zwar <a href="http://blog.abgeordnetenwatch.de/wp-content/uploads/2010/09/senat_berger_talentstadt_ausschreibung.pdf" target="_blank">240.000 Euro excl. MwSt. an Roland Berger</a>.<br /><br />Auf Abgeordnetenwatch gibt es noch mehr <a href="http://blog.abgeordnetenwatch.de/2011/11/03/volksinitiative-will-hamburg-zur-opendata-und-transparenz-hauptstadt-machen/" target="_blank">Beispiele - auch unterdrückter Gutachten</a>.  Ich meine: So geht es nicht. Genauso wie alles, was nicht verboten ist, erlaubt ist, muß, was nicht ausdrücklich und aus guten Gründen geheim ist, offen und für alle zugänglich sein. Hier muß sich eine ganze Kultur ändern und dafür gibt es die Initiative <i>Transparenz schafft Vertrauen</i>, die ein neues <a href="http://www.transparenzgesetz.de/index.php?id=gesetzesentwurf" target="_blank">Transparenzgesetz für Hamburg</a> erreichen will. Unterstützt wird sie vom Chaos Computer Club, Transparency International sowie dem Verein Mehr Demokratie.<br /><br />Und hoffentlich von Euch.<br />Bis zum 9. Dezember fehlen noch etwa 10.000 Unterschriften und leider ist es nicht so einfach wie bei einer Online-Petition: Ihr müßt Euch hier die <a href="http://www.transparenzgesetz.de/uploads/media/Transparenz_schafft_Vertrauen_06.pdf" target="_blank">Unterschriftenliste herunterladen</a> um zu unterzeichnen.<br /><br />Aber es lohnt sich.<br /><br /><small><a class="fussnote" href="#transparenzgesetzRef-1" id="transparenzgesetzNote-1">1</a> Ja, die heißt wirklich <i>Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation</i>. Da es sich um die SPD handelt, nehme ich an, die Innovation wird in Anzahl Großprojekte mal verhinderte Straßenbahnkilometer ermittelt.</small>]]></description>
<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 15:58:33 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=780</guid>
</item>
<item>
	<title>Platzverweis</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=779</link>
	<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich heute einen Platzverweis erteilen, Herrn Westerwelle nämlich, auf die <a href="http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/2010/02/27/weniger-reden-mehr-zuhoren/" target="_blank">kleine Anfrage von Muriel</a> hin. Stattdessen habe ich selbst einen bekommen - und das kam so:
<br />
<br />Der Mann, wie immer am Samstag unterwegs, rief an, fragte ob ich die NPD-Demo auf dem Marktplatz schon bemerkt hätte. Wir witzelten eine Weile über Wasserbomben aus dem Wohnzimmerfenster, dann machte ich mich auf zum samstäglichen Einkauf. 
<br />
<br />Tatsächlich. Direkt vor unserem kleinen Einkaufzentrum stand ein versprengtes Häuflein Schwarzgekleideter, einer verlas irgendwas Unverständliches über Megaphon, drumherum Passanten und noch mehr Polizisten. Ich schaute mir das Pack von vorne an, machte ein paar Photos ihrer häßlichen Visagen und ging dann zum Eingang des Einkaufzentrums. Gut, dabei sind mir ein paar Beschimpfungen und Verwünschungen rausgerutscht, was man halt sehr laut denkt, wenn Neonazis vor der eigenen Haustür herumstehen.
<br />
<br />Eine der Witzfiguren stellte sich mir in den Weg und verlangte rempelnd, ich solle außenrum gehen. Außen war für mich gar nicht zu erkennen, tatsächlich ist es wohl auch schwierig, außenrum zu gehen, wenn man offenbar bereits mittendrin steht, außerdem war ich kaum fünf Meter von der Drehtür entfernt, und so verlangte ich meinen Weg fortzusetzen. Gerade trat er zurück, wie es sich gehört für jemanden, der einem nicht mal die Stiefel lecken dürfte, da packten mich von hinten ein paar starke Polizistenarme, führten mich ein paar Meter weiter und man verlangte meinen Ausweis zu sehen.
<br />
<br />Mein Demonstrationsrecht könne ich am anderen Ende der Straße wahrnehmen, wo eine <a href="http://www.keine-stimme-den-nazis.org/" target="_blank">Gegenkundgebung</a> stattfinde, was ich ablehnte. Wegen Störung einer genehmigten Veranstaltung und Provokation wurde mir daraufhin ein Platzverweis bis 16 Uhr erteilt.<br /><br />Ich dürfte, da ich innerhalb des mir verbotenen Platzes wohnte, auf direktem Wege nach Hause gehen,  würde man mich auf dem Markt beim Einkaufen erwischen, käme ich in Gewahrsam.
<br />
<br />Ein bißchen viel Staatsgewalt dafür, daß ich eigentlich nur meine staatsbürgerliche Pflicht getan habe und diesen Haßfratzen gesagt habe, daß sie hier unerwünscht sind.]]></description>
<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 16:08:26 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=779</guid>
</item>
<item>
	<title>Neues Fernsehen</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=769</link>
	<description><![CDATA[Bei
der Erweiterung und Pflege bestehender IT-Produkte kommt man irgendwann
an den Punkt, an dem nur noch festgestellt werden kann, daß Abriss und
Neubau einfacher und günstiger sind als das Doktorn an etwas, daß viel
zu groß geworden, vielfach redundant, in Teilen irrelevant, kaputt und
korrupt ist. Leider ist das bei vielen gewachsenen Systemen so und bei
den meisten besteht dringender Handlungsbedarf. Zum Beispiel beim
Fernsehen.
<br />
<br />Wenn man ein neues gutes Fernsehen schaffen wollte, bedeutete dies
also, das alte abzuschaffen. Hier mein Vorschlag für einen neuen
Rundfunkstaatsvertrag, als dessen Grundlage mir der für den <a href="http://www1.ndr.de/unternehmen/organisation/rundfunkstaatsvertrag2.pdf" target="_blank">NDR definierte Programmauftrag</a> dient, den ich als Leitziel voranstelle:
<br />
<br /><h2>Neuer Rundfunkstaatsvertrag</h2>
<blockquote>[...] einen objektiven und umfassenden Überblick über
das internationale, europäische, nationale und länderbezogene Geschehen
in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sein Programm hat der
Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung zu dienen. Er hat
Beiträge insbesondere zur Kultur anzubieten und ist berechtigt, sich an
Filmförderungen zu beteiligen.</blockquote><b>§1 Programm</b>
<br />Werbung, Gewinnspiele, Boulevard und Quoten sind verboten.
<br />
<br />Die Sendezeit ist etwa nach dem Schlüssel 40:30:20:10 auf die
Bereiche Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung aufzuteilen.
<br />
<br />(a) 40% Information
<br />Nachrichten, Hintergrundberichte und die Berichterstattung vor Ort werden künftig den größten Teil ausmachen. Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Auslandsstudio" target="_blank">Korrespondenten- und Reporternetz</a> wird weiter ausgebaut.
<br />
<br />(b) 30% Bildung: Kultur und Natur
<br />Fast acht Stunden am Tag Dokumentationen, Sendungen über Bücher, Filme, Theater, Kunst, Musik, Religion und Naturwissenschaften.
<br />
<br />(d) 20% Beratung
<br />Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Ernährung, Finanzen und vor allem Recht.
<br />/
<br />(d) 10% Unterhaltung
<br />Lassen Sie diese Zahl auf sich wirken. Nur noch 2,4 Stunden Unterhaltung am Tag im <i>Neuen Fernsehen</i>, da will wirklich gut überlegt sein, wieviel dieser kostbaren Zeit an Thomas Gottschalk verschwenden werden soll.
<br />
<br /><b>§2 Sender</b>
<br />Im Radio und Fernsehen wird es jeweis nur noch ein öffentlich-rechtliches überregionales Vollprogramm geben: Das <i>Neue Fernsehen (NF)</i> und das <i>Neue Radio (NR)</i>.
<br />
<br /><em>(a) Neues Fernsehen</em>
<br />ZDF, 3sat, Phoenix, arte und Kika entfallen, da sie durch die Qualität des <i>NF</i>
als Feigenblätter überflüssig geworden sind. Die digitalen Sender, über
die ich außer Rundfunkräte noch nie jemanden habe sprechen hören,
entfallen vorerst ebenfalls. Es wird aber bis zu 25 regionale
Fernsehsender geben, die dem gleichen Programmauftrag verpflichtet
sind, allerdings mindestens fünfzig Prozent der Sendezeit auf regionale
Themen verwenden müssen.<br /><br />
<br />
<br /><em>(b) Neues Radio</em>
<br />Alle <a href="http://www.ard.de/radio/alle-wellen/-/id=135130/14o6sfo/index.html" target="_blank">55(!) bisherigen Wellen</a> entfallen. Neben dem <i>Neuen Radio</i> wird es analog zu den Fernsehsendern bis zu 25 regionale Radiosender geben.
<br />
<br />Wenn sich <i>NF</i> und <i>NR</i> bewährt haben, kann man darüber
nachdenken, auf den freigewordenen Frequenzen Spartensender
einzurichten oder Thementage mit dem vorhandenen Material zu
veranstalten. (Das Wort <i>veranstalten</i> entfällt übrigens auch.)
<br />
<br /><em>(c) Internet</em>
<br />Sämtliche Sendungen sind live im Internet zu sehen und werden in
Mediatheken jedem jederzeit und für immer zugänglich gemacht.
Kompetente journalistische Sendungsbegleitung im Web ist nicht nur
selbstverständlich, sondern auch selbstverständlich ohne <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=699944/1bv1o36/index.html" target="_blank">Drei-Stufen-Test</a>.
<br />
<br /><b>§3 Finanzierung</b>
<br />Das Budget ist ebenfalls nach dem Schlüssel 40:30:20:10 auf die
Bereiche Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung aufzuteilen.
<br />
<br />Das Budget kommt aus der Staatskasse, beträgt großzügige 5 Mrd.
Euro und und wird jährlich an die Preisentwicklung angepaßt.
Bürokratische Monster wie die <i>Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten</i> und ihre große Schwester, die beliebte <i>Gebühreneinzugszentrale</i>, entfallen ersatzlos, weil überflüssig.
<br />
<br /><b>§4 Struktur</b>
<br />Alle öffentlich-rechtlichen Sender haben Zugriff auf das
Korrespondentennetz und sämtliche Sendungen der anderen Programme.
Regional- und Vollprogramme werden aber unabhängig voneinander
erstellt, d.h. die von der <em>Programmdirektion</em> geleitete <em>Programmkonferenz</em> mit haupt- und nebenamtlichen <em>Programmkoordinatoren</em> und <em>Programmbeirat</em> ebenso wie die über 600 <em>Rundfunk- und Fernsehräte</em>, sowie alle anderen proporzdemokratischen, pseudoföderalen Gremien können daher entfallen.
<br />
<br />Stattdessen wird es in jedem der 299 Bundestagswahlkreise einen
Rundfunk-Abgeordneten geben, der vor Ort, in Weblogs und
Diskussionssendungen den Kontakt mit dem Zuschauer sucht. Diese Mittler
zwischen Zuschauer und Medium bestimmen die Programmstruktur im Rahmen
dieses Rundfunkstaatsvertrages.
]]></description>
<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=769</guid>
</item>
<item>
	<title>Vielleicht</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=768</link>
	<description><![CDATA[sollte ich endlich mal einen Eintrag verfassen, in dem ich das Ende
dieses Blogs ankündige. Aus langjähriger Erfahrung anderer weiß ich,
daß das Mitteilungsbedürfnis danach groß ist.]]></description>
<pubDate>Sat, 25 Aug 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=768</guid>
</item>
<item>
	<title>Habe ich Dir eigentlich heute schon gesagt...</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=764</link>
	<description><![CDATA[...wie schwierig Du bist?]]></description>
<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=764</guid>
</item>
<item>
	<title>Ja, Spiegel-Bashing ist so einfach</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=763</link>
	<description><![CDATA[wie Claudia Roth zu dissen, aber ich darf mich auch immer wieder bestätigt sehen: Heute ein <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,487097,00.html" target="_blank">Artikel über sogenannte Bio-Äpfel aus China</a>,
deren Ökobilanz also echt nur so ein ganz kleines bißchen mies ist und
die freudige Feststellung, daß Obst aus biologischem Anbau doch
vielleicht gar nicht so viel gesünder ist als das aus konventionellem,
naja jedenfalls, wenn man die Pestizidbelastung unberücksichtigt läßt.
Und im Unberücksichtigtlassen ist der Spiegel ja ganz groß.
<br /><br />Beim Spiegel wird immer gern mit unterstellten Argumenten
gearbeitet: Kritiker eines ausschweifenden Kapitalismus wollen diesen
angeblich per Lichterkette abschaffen, Bioobst-Esser tun das, weil der
Apfel gesünder ist. So wird denn auch gleich vermutet, daß Biofreunde
die oben erwähnten Befunde für "ernüchternd" halten müßten. Diese oft
falschen Argumente werden dann im Artikel widerlegt und für ideologisch
verblendet, mindestens aber einfältig gehalten. Natürlich darf die
Unterstellung nicht fehlen, nie würden diese Leute auf irgendwas
verzichten, wenn es an ihren eigenen Wohlstand ginge. Haha erwischt,
Globalisierungs"gegner" essen bei Mc Donalds. Das ist so langweilig und
absehbar, so wenig erhellend, da gibt es keine wirkliche
Auseinandersetzung mit verschiedenen Positionen, aber stets den Beweis
der angenommenen Gegenthese zum angeblichen Mainstream. Ach, diese
hämische Aufgeregtheit ermüdet mich so.
<br /><br />Dabei kaufe ich Bio-Erzeugnisse gar nicht in erster Linie, weil sie besser schmecken, also um <i>mir</i> etwas Gutes zu tun, sondern weil ich das Gefühl habe, das <i>Richtige</i>
zu tun, nach meiner Überzeugung zu handeln: Eine natürlichere Form der
Landwirtschaft unterstütze, die ohne chemische Zusätze auskommt, Böden
und Grundwasser nicht belastet und weil ich die Lebensmittelindustrie,
die in Laboren künstliches Erdbeeraroma erzeugt und den Rohstoff Butter
durch Buttergeschmack ersetzt, für ebenso pervers halte wie Patente und
Lizenzzahlungen für genmanipuliertes Saatgut und Knebelverträge auf
die dazu passenden chemischen Kampfstoffe gegen Ungeziefer. Weniger
hedonistische Motive also, mehr die grundsätzliche Einstellung, daß
nicht alles, was möglich ist, gemacht, nicht alles, was man rauspressen
kann auch erzielt werden muß. Dafür zahle ich mehr.
<br /><br />Meistens jedenfalls, manchmal kaufe ich ein billiges Stück
Pute, aber nie rühre ich Eier aus Käfighaltung an. Weil ich H-Milch
lieber mag als frische (ja eklig, ich weiß) ist es eben auch oft die
vom Discounter, aber niemals kaufe ich Müllermilch-Produkte oder
irgendwas bei Lidl oder Schlecker. Ich laufe in Nikes, liebe wie die
meisten Frauen H&amp;M und besorge Coca Cola für den Liebsten, obwohl
ich globale Ketten, die billig einkaufen, ihre Markenartikel aber teuer
absetzen, eigentlich nicht unterstützen will. Eine Inkonsequenz, die
man sich geifernd von sogenannten aufgeklärten Marktteilnehmern
vorwerfen lassen muß, die Atomstrom super weil billig finden und
Vegetariern süffisant das Tragen von Lederschuhen vorwerfen.
<br /><br />Etwas zu tun ist besser als gar nichts zu tun. Jeder findet da
seine eigene Balance und offenbar handeln viele Leute so, wenn man die
enorm gestiegene Nachfrage nach Bio-Produkten sieht. Genau diese
bezeichnet der Spiegel als "Schattenseite". Vollkommen idiotisch aus
meiner Sicht, denn ich bin eben nicht nur daran interessiert, immer den
niedrigsten Preis zu zahlen, sondern will ja, daß eines sehr schönen
Tages ökologische Landwirschaft die Regel und nicht die Ausnahme
darstellt. Die hohe Nachfrage wird sich ihr Angebot schaffen, davon bin
ich überzeugt.]]></description>
<pubDate>Tue, 12 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=763</guid>
</item>
<item>
	<title>13</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=762</link>
	<description><![CDATA[Ein Freund macht sich selbständig und stößt in einem Formular auf die Zeile <i>Firma</i>.
Da er keinen Namen für sein Unternehmen hat, das Feld aber für
obligatorisch hält, kritzelt er irgendwas hin. Kurze Zeit später ein
Schreiben der Behörde mit dem freundlichen Hinweis, daß die Aufnahme
englischsprachiger Firmennamen ins Handelsregister mit zusätzlichen 13
Euro zu Buche schlägt.
<br />
<br />Ob er auf dem Eintrag <i>Chriz making Dollars</i> bestehen wird, weiß er noch nicht.]]></description>
<pubDate>Mon, 11 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=762</guid>
</item>
<item>
	<title>Deeskalationsstrategie der Polizei</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=761</link>
	<description><![CDATA[Meine
Schwester und ihr Freund saßen gestern nacht beim Ahrensburger
Stadtfest und aßen Döner, als sich aus einer Gruppe halbstarker Russen
einer löste, auf Tom zuging und ihn mit den Worten "Aller, was hast Du
gesagt?" von der Bank fegte. Vier, fünf andere folgten ihm und traten
auch weiter auf Tom ein, als der längst am Boden lag und sich schützend
die Arme vor den Kopf hielt.
<br />
<br />Laut Schwester gab es keinen Anlaß, kein Wort und auch keinen Grund
ihr nicht zu glauben, denn sie verachtet diese Brust-raus-Männerposen
ebenso wie ich und hätte ihrem Liebsten einen Arschtritt verpaßt, wenn
er auf irgendeine Art provoziert hätte. Aber so tat sie, was von
vernünftiger Seite in solchen Fällen getan werden muß, rief die Polizei
und zog dem Anführer ihre Dönertüte über den Schädel.
<br />
<br />Von da an wurde es für unsere Begriffe irgendwie ungewöhnlich: Die
Horde hatte sich nämlich keineswegs aus dem Staub gemacht, wie es
ehrliche Schläger in meiner Phantasie zu tun pflegen, sondern lungerte
weiter in der Gegend rum, als die Polizei mit drei Wagen eintraf. Eine
Beamtin fragte Schwester, wer angefangen habe, sie deutete auf eine
Herrn im Holzfällerhemd. Wie der Mann heiße, wollte die Polizistin
wissen, Schwester sagte, sie wisse das natürlich nicht, ob die
Feststellung der Personalien nicht Aufgabe der Polizei sei?
<br />
<br />Mehrere Beamte standen neben meiner Schwester, als einer der Typen
ankam, ihr auf die Füße rotzte und sie Fotze nannte. Reaktion der
Staatsmacht: <i>Wir können keine Anzeige aufnehmen, denn wir haben ja
nichts gesehen. Am besten stecken Sie ihren Freund jetzt in ein Taxi,
sonst wird er nochmal verhauen, sobald wir weg sind.</i>
<br />
<br />(Tom ließ den Bluterguß in seinem Auge und die geprellten Rippen
von einem Arzt untersuchen und befolgte ansonsten den Rat der Polizei.)
<br />
<br />(Wo war <a href="http://youtube.com/watch?v=8ijcGSUdmMw" target="_blank">Heike?</a>)]]></description>
<pubDate>Sat, 09 Jun 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=761</guid>
</item>
<item>
	<title>Ich nicht.</title>
	<link>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=760</link>
	<description><![CDATA[In
den letzten Wochen habe ich mich häufig darüber geärgert, daß
anscheinend kaum ein Journalist sich die Mühe gemacht hat, den
Verfassungsschutzbericht zu lesen, bevor er die angebliche Terrorgefahr
aus den Mündern von sogenannten Sicherheitspolitikern wiederkäut.
Leider muß man jetzt auch fragen, ob <a href="http://blogsearch.google.com/blogsearch?hl=de&amp;q=linksextremist&amp;btnG=Blogs+durchsuchen&amp;lr=" target="_blank">Blogger</a>
sich eigentlich manchmal weitergehend informieren oder einfach einer
vom anderen nach dem Motto abschreibt: Wird schon stimmen. Und es
stimmt ja auch, das Zitat aus dem Verfassungsschutzbericht:<blockquote>Linksextremisten
werten die Verschärfung der Sicherheitsgesetze nach den
Terroranschlägen vom 11. September 2001 als eine neue Qualität
"staatlicher Repression". Sie nehmen auch die Sicherheitsmaßnahmen zur
Fußballweltmeisterschaft 2006 und zum bevorstehenden G8-Gipfel 2007 in
Heiligendamm (vgl. Nr. 2) zum Anlass, den aus ihrer Sicht permanenten
Ausbau des Überwachungsstaates und die repressive Wirkung der dabei
eingesetzten neuen Technologien anzuprangern, wie z. B. RFID-Chips,
Gen-oder Biometrische Datenbanken, Kameraüberwachung öffentlicher
Plätze.</blockquote><cite><a href="http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_vorabfassung_2006.pdf" target="_blank">Verfassungsschutzbericht 2006, Vorabversion pdf-Seite 193</a></cite><br /><br />Aber hat sich mal jemand angeschaut, in welchem Zusammenhang dieser Satz da steht? Etwa als Antwort auf die Frage <i>Was ist Linksextremismus?</i> oder <i>Was zeichnet einen Linksextremisten aus?</i>
Nein, es wird dort als neuestes der letztjährigen Aktionsfelder von
Linksextremisten neben Anti-Faschismus und Anti-Globalisierungsbewegung
genannt. <a href="http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2005.pdf" target="_blank">2005</a> zählten dazu außerdem die Kampagnen gegen Kernenergie und Sozialabbau.

<br /><br />Was dort definitiv nicht steht ist, daß alle, die die neuen
Sicherheitsgesetze, Kernkraft oder die Globalisierung ablehnen,
Linksextremisten sind. Denn die definiert der Verfassungsschutz so:
<br /><br /><blockquote>Linksextremisten sind erklärte Gegner der Staats-
und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland, die sie als
von Rassismus und Faschismus geprägten Kapitalismus diffamieren. Je
nach ideologisch-politischer Orientierung - revolutionär-marxistisch
oder anarchistisch - wollen sie ein sozialistisches/kommunistisches
System oder eine "herrschaftsfreie Gesellschaft" (Anarchie) etablieren.</blockquote><cite><a href="http://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af_linksextremismus/" target="_blank">Definition Linksextremismus des Verfassungsschutzes</a></cite>

<br /><br />Ich finde mich darin jedenfalls nicht wieder, und wahrscheinlich auch kaum einer der Blogger, die sich nun in ihrer <i>Ich bin jetzt auch ein Linksextremist-Rolle</i>
gefallen. Tatsächlich wird jeder völlig zu recht vom Verfassungsschutz
beobachtet, der die freiheitlich-demokratische Grundordnung außerkraft
setzen will. Daß für mich auch Schäuble und Kollegen dazugehören, steht
allerdings auf einem anderen Blatt und das findet sich leider nicht im
Verfassungsschutzbericht.]]></description>
<pubDate>Thu, 24 May 2007 00:00:00 GMT</pubDate>
<guid>http://www.elfengleich.de/blog.php?id=760</guid>
</item>
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