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»@Linuzifer Ich sag es mal so: Immerhin machen sie Podcasts.«

Deeskalationsstrategie der Polizei

Meine Schwester und ihr Freund saßen gestern nacht beim Ahrensburger Stadtfest und aßen Döner, als sich aus einer Gruppe halbstarker Russen einer löste, auf Tom zuging und ihn mit den Worten "Aller, was hast Du gesagt?" von der Bank fegte. Vier, fünf andere folgten ihm und traten auch weiter auf Tom ein, als der längst am Boden lag und sich schützend die Arme vor den Kopf hielt.

Laut Schwester gab es keinen Anlaß, kein Wort und auch keinen Grund ihr nicht zu glauben, denn sie verachtet diese Brust-raus-Männerposen ebenso wie ich und hätte ihrem Liebsten einen Arschtritt verpaßt, wenn er auf irgendeine Art provoziert hätte. Aber so tat sie, was von vernünftiger Seite in solchen Fällen getan werden muß, rief die Polizei und zog dem Anführer ihre Dönertüte über den Schädel.

Von da an wurde es für unsere Begriffe irgendwie ungewöhnlich: Die Horde hatte sich nämlich keineswegs aus dem Staub gemacht, wie es ehrliche Schläger in meiner Phantasie zu tun pflegen, sondern lungerte weiter in der Gegend rum, als die Polizei mit drei Wagen eintraf. Eine Beamtin fragte Schwester, wer angefangen habe, sie deutete auf eine Herrn im Holzfällerhemd. Wie der Mann heiße, wollte die Polizistin wissen, Schwester sagte, sie wisse das natürlich nicht, ob die Feststellung der Personalien nicht Aufgabe der Polizei sei?

Mehrere Beamte standen neben meiner Schwester, als einer der Typen ankam, ihr auf die Füße rotzte und sie Fotze nannte. Reaktion der Staatsmacht: Wir können keine Anzeige aufnehmen, denn wir haben ja nichts gesehen. Am besten stecken Sie ihren Freund jetzt in ein Taxi, sonst wird er nochmal verhauen, sobald wir weg sind.

(Tom ließ den Bluterguß in seinem Auge und die geprellten Rippen von einem Arzt untersuchen und befolgte ansonsten den Rat der Polizei.)

(Wo war Heike?)