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»@ChristophKappes Teil Deiner Privilegien!«

Platzverweis

Nazi-Hohlbratzen in meiner Hood
Eigentlich wollte ich heute einen Platzverweis erteilen, Herrn Westerwelle nämlich, auf die kleine Anfrage von Muriel hin. Stattdessen habe ich selbst einen bekommen – und das kam so:

Der Mann, wie immer am Samstag unterwegs, rief an, fragte ob ich die NPD-Demo auf dem Marktplatz schon bemerkt hätte. Wir witzelten eine Weile über Wasserbomben aus dem Wohnzimmerfenster, dann machte ich mich auf zum samstäglichen Einkauf.

Tatsächlich. Direkt vor unserem kleinen Einkaufzentrum stand ein versprengtes Häuflein Schwarzgekleideter, einer verlas irgendwas Unverständliches über Megaphon, drumherum Passanten und noch mehr Polizisten. Ich schaute mir das Pack von vorne an, machte ein paar Photos ihrer häßlichen Visagen und ging dann zum Eingang des Einkaufzentrums. Gut, dabei sind mir ein paar Beschimpfungen und Verwünschungen rausgerutscht, was man halt sehr laut denkt, wenn Neonazis vor der eigenen Haustür herumstehen.

Eine der Witzfiguren stellte sich mir in den Weg und verlangte rempelnd, ich solle außenrum gehen. Außen war für mich gar nicht zu erkennen, tatsächlich ist es wohl auch schwierig, außenrum zu gehen, wenn man offenbar bereits mittendrin steht, außerdem war ich kaum fünf Meter von der Drehtür entfernt, und so verlangte ich meinen Weg fortzusetzen. Gerade trat er zurück, wie es sich gehört für jemanden, der einem nicht mal die Stiefel lecken dürfte, da packten mich von hinten ein paar starke Polizistenarme, führten mich ein paar Meter weiter und man verlangte meinen Ausweis zu sehen.

Mein Demonstrationsrecht könne ich am anderen Ende der Straße wahrnehmen, wo eine Gegenkundgebung stattfinde, was ich ablehnte. Wegen Störung einer genehmigten Veranstaltung und Provokation wurde mir daraufhin ein Platzverweis bis 16 Uhr erteilt.

Ich dürfte, da ich innerhalb des mir verbotenen Platzes wohnte, auf direktem Wege nach Hause gehen, würde man mich auf dem Markt beim Einkaufen erwischen, käme ich in Gewahrsam.

Ein bißchen viel Staatsgewalt dafür, daß ich eigentlich nur meine staatsbürgerliche Pflicht getan habe und diesen Haßfratzen gesagt habe, daß sie hier unerwünscht sind.