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Februar

Are you sitting comfortably? Then I´ll begin.

Hamburg singt ist ein Chor für jedermann; jeden Dienstag finden sich ein paar hundert Menschen in der Michaelispassage ohne die Verpflichtung regelmäßiger Teilnahme zusammen um zu singen.
Letzte Woche sangen wir: Auf uns, Englishman in New York, Time of my Life, Rebel Yell und Thank you for the Music. Es war wunderbar!

Bücher
How to be a Woman von Caitlin Moran war das erste Buch auf Papier seit 2 1/2 Jahren. Kurzkritik: Ja.

Die Nebenbei-Erkenntnis gewonnen, dass es in England offenbar immer noch an institutionalisierter Aufklärung mangelt, deren Fehlen wohl auch für die im europäischen Vergleich hohen Raten an Teenager-Schwangerschaften und Abtreibungen verantwortlich ist. So viel Kummer und Leid. Wie unnötig.

Wann ist denn das alles passiert? Keine Ahnung, gerade eben?

Der Tumblr war mir irgendwann zuviel, die gekürzte Fassung des Techniktagebuchs habe ich jetzt im Browser bei Sobooks gelesen. Es ist schon jetzt keineswegs langweilig und wird immer besser.

A Heroe´s Welcome (die Fortsetzung von My Dear, I wanted to tell You) gehört. Die Romane von Louisa Young geben mir erstmals einen Eindruck davon, warum man diesen Krieg den Großen nannte, bevor er zum Ersten wurde. Welche Verwerfungen und bis dahin unbekannten Verletzungen er nicht nur für die Soldaten an der Front bedeutete, sondern auch für die Zivilbevölkerung. Dabei habe ich viel erfahren über die Anfänge der plastischen Chirurgie und deren Vater Harold Gillies. Wenn Ihr darüber auch nichts weiter wisst, Vorsicht beim Googeln von Gueules cassées.

Film und Fernsehen
Kein Fernsehen geschaut außer dem Polizeiruf aus Rostock, den ich wegen der physischen Intensität so mag: Jedes Schnaufen, jeder Schweißtropfen ist beinahe spürbar, als würde man neben Bukow in dem schaukelnden Wagen sitzen, in den er gerade seinen schweren Körper gewuchtet hat.

You don’t fall in love with someone because they are beautiful. People are lovely, because we love them. Not the other way round. — Cat

The Line of Beauty weggeschaut, eine BBC-Mini-Serie nach dem Bookerprize-Roman von Alan Hollinghurst. Titelgebend sind Hogarth’s theories of visual beauty, aber auch Koks. Die Geschichte des schwulen Studenten Nick, Hausgast bei der Familie eines Tory-Abgeordneten im London der Thatcher-Ära, ist entlarvend für die moralische Verkommenheit und Heuchelei der Klassengesellschaft – in der alles geht, solange nur die Wahrheit nicht ausgesprochen wird – und herzzerreißend für den Außenseiter Nick, der bezahlt für seinen Hang zur Schönheit.

Hilde mit Heike Makatsch gesehen, deren Entwicklung vom Viva-Girlie zur ernsthaften Schauspielerin mir gefällt. Der Höhepunkt des Films war aber seltsam verrutscht: Als ich mich bequemer hinsetzte – jetzt geht´s also los – war das schon die Schlussszene. Es kann an mir liegen, aber vielleicht stimmte die Dramaturgie wirklich nicht. Außerdem waren die Dialoge so deutlich von Frauen und für Frauen geschrieben, dass es mich peinlich berührte:

  • Ich will mit Dir ins Bett gehen, mit Dir aufstehen und wieder mit Dir ins Bett gehen, mit Dir alt werden und mit Dir sterben.

  • Und mit mir zur Hölle fahren?

  • Scheiße, dann kommen wir nicht in den Himmel?


(Urgs.)


The Guest ist ein irre komisches Action-Psycho-Dings mit einem geradezu dreist als Sexsymbol in Szene gesetzten männlichen Hauptdarsteller, dessen Leistung ich auf Twitter als God walking among Ants beschrieben fand. Hell, yeah!

Man weiß ja um die beiden größten Feinde der USA, aber bei so vielen Toten frage ich mich doch, für wen in meiner amerikanischen Version wohl die Nippel-Szene herausgeschnitten wurde?!

Und dann war da plötzlich Citizenfour im Netz. Ich hätte gern für den Film bezahlt, hatte aber keine Lust, an einem Sonntagmorgen in ein Kino am anderen Ende der Stadt zu fahren. Es ist ja nicht so, dass die Fakten nicht alle bekannt gewesen wären, aber weil mich Heldentum und die Frage nach Vorbildern bisher immer so ratlos machen – Edward Snowdens Opfer und seine Haltung, that ordinary citizens, working together, can change the world sind die Antwort auf alles. 42.

Ich bin sehr gerührt. Und sehr, sehr wütend.

Mein Techniktagebuch
Erst war ich ein bisschen pissig mit Audible – warum kein mp3? Aber diese App gefällt mir wirklich gut, die Möglichkeit, kurz ein paar Sekunden vor oder zurück zu springen, das Tempo zu verringern oder bei nur langsam zum Thema kommenden Sachbüchern zu erhöhen. Die Synchronisation funktioniert über meine diversen Geräte ruckelfrei, und ja, ich halte funktionierende Technik für durchaus erwähnenswert.

Arbeit
Wir haben das Projekt bereits in der Planungsphase runtergebrochen auf das wirklich absolut Notwendige und sind – wie geplant – Wochen vor Abgabe fertig. Wie so richtige Profis!

Und sonst?
Fußball ist zurück in Dortmund und hat seinen romantischen Moment mit Reus. Awww!

Bahnticket für die #rp15 besorgt. Dabei fiel mir ein, dass ich im letzten Jahr das Quietschen der Klotür aufgenommen habe. Vorfreude.



Seit langer Zeit mal wieder bis morgens um halb fünf getanzt und mir bei irgendeinem crazy Move die Schulter gezerrt. Das fühlt sich verdammt gut an!

Ich habe in Eulen-Bettwäsche geschlafen.