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April

Are you sitting comfortably? Then I´ll begin.

Keck!
Ich war beim Friseur und Muddern findet den Schnitt keck. Na toll.
(Ich hab hier nur mit den Foto-Einstellungen meines HTC rumgespielt, professionelle Retusche dauert schon mal sechs Stunden!)

Bücher
Gehört habe ich die beiden Teile der Autobiographie von Roald Dahl Boy und Going Solo. Die Erinnerungen an seine Kindheit haben mich wirklich berührt. Ich mag, dass er seine Erfahrungen nicht verklärt wie es sonst häufig Alte-Männer-Art ist, sondern man spürt, dass die Schläge in einer englischen Boarding School noch 60 Jahre später sichtbare Spuren hinterlassen haben. Umso bemerkenswerter sind seine Abenteuerlust und die seltene Fähigkeit Schönheit aufzunehmen. Ein Tausendsassa, dessen Autobiographie leider schon endet, als er 26 ist. Unbedingt anhören!

Gut gefallen hat mir auch Hotel Alpha von Mark Watson, die (fiktive) Geschichte eines Londoner Luxushotels, über 40 Jahre streng perspektivisch erzählt aus der Sicht des Portiers und des Adoptivsohns der Hoteliersfamilie. Während die Gäste im Roman nur Randfiguren sind – die schon mal einen Ehering durch die Hotelhalle werfen – gibt es auf der Website zum Buch über hundert Gastgeschichten zum kostenlosen Lesen, bei denen man mehr als einmal denkt: Ach, so war das! Wunderbare Idee, dieses theoretisch unendliche Universum an Geschichten ins Netz zu verlängern.

I like to have a martini, Two at the very most.
After three I’m under the table, after four I’m under my host.


Ich habe ich mich viel im New York der 20er herumgetrieben, Dashiell Hammett und F. Scott Fitzgerald nochmal sowie Michaela Karls Biographie von Dorothy Parker und ihrer Tafelrunde im Algonquin-Hotel gelesen. Dem legendären Roundtable gehörte das gesamte literarische New York an, das ebenso gesamt trotz Prohibition alkoholabhängig war, nicht wenige von ihnen starben früh und verarmt. Die Bonmots dieser spitzzüngigen Menschen wurden im ganzen Land zitiert, aber Dorothy Parker war die Meisterin.

Fitzgerald war mit seinem ersten Roman sehr jung sehr reich und sehr berühmt geworden. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an das nächste Werk, aber während The Great Gatsby heute als Klassiker gilt, waren zeitgenössische Kritiker nicht begeistert.

(Das Buch wird auch getwittert; ergibt für mich nicht so viel Sinn, aber bitte.)

Film und Fernsehen
Passend dazu habe ich endlich die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio gesehen. Der Film ist eine Ausstattungsorgie mit Kostümen von Prada, Musik von Amy Winehouse und Jay-Z und die stilvollste vorstellbare Ausschweifung. Er bleibt recht nah an der Vorlage, nur eine Sache fällt wirklich unangenehm auf:
Mein Lieblingskommentar zur Darstellung von Politik in House of Cards stand unter einer Kritik in der Washington Post:

Next thing you’ll tell me is that lasers don’t go "Pew! Pew!" in space because sound doesn’t travel in a vacuum.

In der dritten Staffel von House of Cards bin ich erstmals weniger verliebt in Kevin Spacey (den ich irgendwie immer als britischen Schauspieler gespeichert habe) denn in Robin Wright als Claire Underwood. Und so stieß ich auf den Instagram Account ihrer Kostümdesignerin, auf dem diese jedes Teil beschreibt, das Claire trägt und warum. Hier ist noch ein Interview mit Kemal Harris. Ehrlich gesagt war mir wirklich nicht klar, welch ein Aufwand betrieben wird, um das Kleidungsstück mit dem passenden Ausdruck für jede Szene zu finden.

Fußball
Mit dem sensationellen Abgang von Müller-Wohlfahrt (nicht denkbar ohne den Zusatz Arzt der deutschen Nationalmannschaft) wird die Bundesliga immer mehr zur Seifenoper. Ganz große Emotionen, ich liebe das.

Und sonst?
Wusstet Ihr, dass amerikanische Sauerkrauthersteller während des Ersten Weltkrieges ihr Produkt in Liberty Cabbage umbenannten?

Hamburg hat wieder gesungen. Trotz der etwas traurigen Auswahl (Tom Petty, Tracy Chapman) war die Kollegin noch am Tag danach ganz enthusiasmiert. Es herrschte Einigkeit, dass wir beim nächsten Mal Piccolöchen mitnehmen.

Große Vorfreude auf die re-publica. Ich hab da mal einen #rp15-Sessionplaner gebaut, der in jedem Browser funktionieren sollte.

(Die Wettervorhersage behauptet, Dienstag würden 27°. Das kann ich nur als Zeichen deuten, mir morgen ein Sommerkleid – ja! – kaufen zu müssen.)